Viva Colonia! Oder: Wie wir uns einmal quer durch Köln gefuttert haben

Letztes Wochenende habe ich zum ersten Mal die Domstadt Köln besucht. Als Anlass galt das Streetfoodfestival, zu dem tellofrikadello als Juror eingeladen war und mich großzügigerweise als Begleitung mitgenommen hat. So konnten wir uns vor allem über das Festival, aber auch durch die gesamte Stadt schlemmen. Zugegeben, zwischenzeitig kamen immer wieder Bedenken auf, ob wir am Sonntag Nachmittag überhaupt noch ins Auto passen würden. Aber zum Glück treibt uns beide auch der Entdeckergeist, weshalb wir in vier Tagen über 80km zu Fuß zurückgelegt haben. Die Kalorienauf- und abnahme war also ausgewogen – auch wenn es auf den Fotos vielleicht nicht danach aussieht.

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Doch bevor ich zum kulinarischen Teil übergehe, werde ich es mir nicht nehmen lassen, euch meine Eindrücke über Köln mitzuteilen. Obwohl die Domstadt ein beliebtes Reiseziel ist, waren meine Erwartungen nicht all zu hoch. Ich wurde eines Besseren belehrt! Während ich den aktuellen Hype um Leipzig beispielsweise nur zu kleinen Teilen nachempfinden kann, so komme ich bezüglich der größten Stadt im Rheinland zu dem Schluss: Köln ist underrated! Vielleicht ist das Stadtbild nicht besonders antik, wer jedoch Kirchen und Relikte vergangener Tage finden möchte, wird allerhand zu tun haben, um neben dem Dom die zusätzliche  Sehenswürdigkeiten im Stadtplan zu kennzeichnen. Dass es sich bei Köln um eine geschichtsträchtige Stadt handelt, muss ich wohl nicht extra erwähnen.

Aber auch der Hipster-Kult schlägt sich nieder: Third-Wave-Kaffee und Industriekultur (wie auf dem Helios37), Streetart und Studenteneinflüsse hinterlassen ihre Spuren. Für mich persönlich war die Stadtplanung letztlich der größte Pluspunkt – vielleicht auch deshalb, weil sie in Saarbrücken, wo ich wohne, schlicht versagt hat. Den kompletten Innenstadtring mit einem Grüngürtel zu umgeben, durch den der Übergang in die Randviertel mit ihren verschiedenen Charakteren gekennzeichnet wird… Ich bin entzückt! Altbauliebhaber werden im belgischen Viertel und am Rheinufer glücklich, mediale und moderne Einflüsse findet man gleich gegenüber im Bereich Messe oder in Sichtweite durch die Kranhäuser. Selbstverständlich maße ich mir nicht an, die Stadt zu kennen, nachdem ich sie nun einmal besucht habe. Aber dieser kurze Städtetrip, hat meine Sichtweise auf Köln definitiv ins Positive verkehrt.

Kommen wir nun aber zum spannenden Teil: dem Essen. Ich hoffe ihr habt Appetit mitgebracht! Hier nun meine Empfehlungen für Cafés oder Restaurants in der Kölner City, bevor ich am Ende dieses Blogbeitrags noch das Streetfoodfestival revuepassieren lassen werde.

  1. Abendessen im italienischen Restaurant Spencer & Hill → Großes Kino in der Küche! So werden Pizza & Pasta zu etwas Außergewöhnlichem. Gönnt euch unbedingt einen Antipasti-Teller zur Vorspeise!
  2. Kaffee und Kuchen bei der Coffeegang → Feinster Third-Wave-Coffee, leckerer Kuchen und vor allem ein tolles Interior-Design, mit einer Mischung aus Purismus und Kreativität.
  3. Frühstück bei The Great Berry → Bunte Smoothie-Bowls, fruchtige Säfte, gesunde Kuchen und zum Mittag hinreißende Salatkombinationen. Hier findet ihr leichte, aber sättigende Snacks.
  4. Mittagessen im Frittenwerk → Ja, ich weiß, Fritten sind nicht sonderlich exotisch. Aber lecker! Vor allem als Poutine mit Guacamole, Pulled Pork, o.ä. Großer Pluspunkt: Hier werden Unmengen an Wasser und Plastik gespart!
  5. Türkisch-Kurdisches Abendessen bei Bona’me → Definitiv eines meiner Highlights. Ich habe mich schlichtweg in diese Spinat-Käse-Manti in Tomatensoße verliebt! Was ihr nicht sehen könnt: Wir hatten zusätzlich noch Linsensuppe und Börek zur Vorspeise und hätten uns gerne an den süßen Desserts bedient – wären wir nicht schon so satt gewesen.
  6. Frühstück in der Yummy Müslibar → Egal ob fertige Bowl, Birchermüsli oder von euch eigens gemischte Kreationen, egal ob Soja-, Hafer-, Reismilch oder Jogurt, ob mit oder ohne Obst: Hier findet ihr die absolute Pilgerstätte für Müslifans!
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Ich hoffe ihr seid alle noch fleißig am Lesen und nicht schon in Richtung Kühlschrank verschwunden. Tatsächlich war das nämlich noch lange nicht alles, was wir gefuttert haben. Nun folgen noch meine Favoriten vom Streetfoodfestival – und ich denke hier lasse ich die Bilder einfach für sich sprechen. Neben dem beeindruckenden Gelände waren auch die Anbieter super ausgewählt. Geschmack, Vielfalt und Darstellung haben die Herzen der Streetfoodfans höher schlagen lassen. Es lohnt sich, das Festival zu besuchen – natürlich auch als Vegetarier. In diesem Sinne: Schaut doch an den kommenden Wochenenden mal dort vorbei. Die Termine und Locations findet ihr hier.

Bon Appetit!

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