Bienvenue à Strasbourg!

Heute erwartet euch ein eher bildlastiger Blogbeitrag, der meine Leidenschaft für Architektur und deren Gestaltungswege widerspiegelt. Anfang Juni haben tellofrikadello und ich als Geburtstagsausflug zum wiederholten Male das französische Straßburg besucht und dieses Mal war nun endlich auch die Wetterfee gnädig mit uns. Wer wie wir im Saarland oder der nahegelegenen Pfalz wohnt, sollte die überschaubare Fahrtzeit von etwa 90 Minuten auf jeden Fall auf sich nehmen und einen Tag in dieser märchenhaften Stadt verbringen.

Da sich die Sehenswürdigkeiten und Touristenmagnete in Grenzen halten, lässt sich dieser Aufenthalt auch mit einem schmalen Portemonnaie genießen. Selbst die beeindruckende Kathedrale, das Straßburger Münster, ist kostenfrei zu besichtigen. Wer sich durch die kleinen Gassen und über die vielen, blumenbestückten Brücken an der Ill treiben lässt, fühlt sich fast in frühere Zeiten zurückversetzt.

Die Geschichte Straßburgs ist so wechselhaft wie die vieler Gegenden in der deutsch-französischen Grenzregion. Im Jahr 1681 wurde Straßburg unter Louis XIV, dem berüchtigten Sonnenkönig von Versailles, besetzt und 1697 offiziell von Frankreich annektiert. Erst 1871 änderte sich dieses Verhältnis, nachdem die Truppen des Deutschen Reiches im deutsch-französischen Krieg die stark beschossene Stadt einnahmen und ab diesem Zeitpunkt für sich beanspruchten. Als Hauptstadt des Reichslandes „Elsass-Lothringen“ galt Straßburg bis zum ersten Weltkrieg als deutsche Stadt. Während dieser turbulenten Jahre scheiterten die kurzen Versuche sich als unabhängige Republik zu behaupten, sodass nach dem ersten Weltkrieg erneut Frankreich – ohne durch eine Volksabstimmung die Meinungen der Straßburger zu berücksichtigen – das Gebiet für sich beanspruchte. Doch der nächste Wechsel ließ nicht lange auf sich warten: Adolf Hitler, der sich mit seiner Expansionspolitik stark auf die südwestlichen Regionen an der Grenze zu Frankreich konzentrierte, erklärte und eroberte 1940 das Elsass als deutsche Region zurück und integrierte sie „heim ins Reich“. Es erklärt sich fast von selbst, dass diese Geschehnisse mit dem verlorenen zweiten Weltkrieg rückgängig gemacht und Straßburg wieder zu Strasbourg wurde – eingemeindet in die französische Republik. Was uns dieses kriegshistorische Hin und Her heute noch bietet, ist eine binational geprägte Kultur, die sich auch im Stadtbild erkennen lässt. Straßenschilder und Namen von Geschäften oder Restaurants sind zweisprachig beschrieben und die Küche bietet mit ihrem elsässischen Charme sowohl Bekanntes, als auch französische Elemente.

Keine Sorge, auch wenn sich euer Interesse an Geschichte in Grenzen hält lohnt sich ein Besuch, alleine der Atmosphäre und der tollen Fotomotive wegen. Flaniert durch die Straßen von „Petit France“ und gönnt euch hier und da eine Pause am Flussufer oder in einem der vielzähligen Restaurants und Cafés. Ich bin mir sicher, ihr werdet einen grandiosen Tag verbringen.

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