Deutschlandtour Teil II – Berlin, du bist so wunderbar!

Nach einer Nacht Zwischenstopp in Leipzig, inklusive leckerem Frühstück im Café Cantona und Zoobesuch (versucht diesen Programmpunkt wenn irgendwie möglich unter der Woche einzuplanen, um den Besuchermassen aus dem Weg zu gehen), ging es für uns endlich wieder nach Berlin. Nachdem wir letztes Jahr den klirrend kalten Winter dort miterlebt haben, konnten wir uns diesmal über einen trockenen und mehr oder weniger sonnigen Spätsommer freuen.

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Zweite Etappe

Reisezeitraum: 20.08.- 30.08.2017

Lage: Berlin

Unterkunft 1: Das 25hours Hotel Bikini Berlin bekommt von uns eindeutig ♥♥♥♥♥

Unterkunft 2: Das Hotel Berlin, Berlin bekommt von uns ♥♥♥+

Ausflüge: Flughafen Tempelhof, Potsdam

Kilometer: 215,8 km

Dschungelpanorama im 25hours Hotel

Wer seinen Berlin-Aufenthalt in einer rundum durchdachten Unterkunft verbringen will, dem ist das 25hours Hotel Bikini Berlin dringend zu empfehlen. Vom Eingangsbereich über die Zimmer bis hoch ins Neni, dem Restaurant im 10. Stock, ist das Konzept des Dschungelhotels in jedem kleinsten Detail wiederzufinden.

Am offensichtlichsten zeigt sich die Idee an der Lage: Direkt neben dem Berliner Zoo und ebenso nahe am Breitscheidplatz mit der Gedächtniskirche trifft die geschäftige Großstadt auf Natur und Tierwelt. Im Zimmer mit Zooblick findet man sich also über dem grünen Blätterdach wieder und wird nur durch den Blick auf die Siegessäule daran erinnert, dass man gerade in der Hauptstadt nächtigt. Die Hängematte am Fenster und der authentische Zoo-Sound runden das Gesamtpaket ab.

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Ein ganz großes Highlight ist das Frühstück. Dieses findet, wie schon erwähnt, im Neni statt, welches neben der atemberaubenden Panorama-Aussicht auch eine hervorragende Küche bietet. Zusätzlich zur Auswahl, die keine Wünsche offen ließ, der hohen Qualität, perfektem Service und der entspannten Atmosphäre überzeugten die Details: Honig serviert in der Wabe, selbstgemachte Marmeladen und Joghurtspeisen… und vor allem das Interieur. So kann der Tag beginnen! Als Hotelbesucher könnt ihr außerdem an jedem beliebigen Tag ohne weitere Kosten und vor allem ganz ohne Anstehen in der Warteschlange die beliebte Monkey Bar besuchen.

„Berlin ist mehr ein Weltteil als eine Stadt“

Mit der Gliederung dieses Blogposts bin ich ehrlich gesagt ein wenig überfordert. Anders als beim ersten Teil unserer Reise gab es kein festes Programm mit Tagesausflügen, sondern einfach eine große Faltkarte, mit der wir uns jeden Tag auf den Weg gemacht haben, um neue Ecken zu erkunden. Ich werde euch unsere Entdeckungen also ganz einfach ohne Struktur anhand der Fotos zeigen, denn das scheint mir für Berlin am geeignetsten. Wer weiß hier schon ob ein Viertel gerade heruntergekommen oder hip ist, ob in einem Park Drogenbanden herrschen oder Kindergartenfeste anstehen. Hinter jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Wer ohne Vorurteile alles ausprobiert, profitiert wohl am meisten von dieser verrückten Stadt.

Egal wie oft man Berlin schon besucht hat, ein bisschen Sightseeing gehört einfach dazu. Auch wenn wir die Touristenmagnete schon längst kennen, am vorletzten Tag mussten wir doch nochmal los in Richtung Museumsinsel und Co um ein paar klassische „Wir-sind-in-Berlin“-Fotos zu schießen.

Neben den fast ebenso touristischen Hackeschen Höfen befindet sich noch ein weiterer Hinterhof, der neben der Einkaufsmeile oft übersehen wird. Das Haus Schwarzenberg ist zwar schon länger kein absoluter Geheimtipp mehr, grenzt sich aber besonders durch seine Fülle an Streetart und den etwas alternativeren Charakter von den benachbarten Höfen der Spandauer Vorstadt ab.

Eine der besten Aussichten der Stadt gibts auf dem Klunkerkranich in Neukölln. Dort treffen Café, Bar, Kleingartenprojekt und Club aufeinander. Vom Frühstück bis zum Mitternachtscocktail gibt es dort alles – stets mit Blick auf den Fernsehturm und über die Stadt. Nehmt euch ein bisschen Zeit um die liebevollen Details anzuschauen.

Berlins Street Art ist überall. Aber in der Bülowstraße in Schöneberg (besser am Tag hingehen, da sich dort gegen Abend das Hauptgeschäft des Straßenstrichs abspielt) treffen zahlreiche Kunstwerke aufeinander. Die Urban Nation, Museum für Contemporary Art, sollte eigentlich im Spätsommer diesen Jahres öffnen und all die Graffities mit einem Rahmenprogramm verbinden. Leider wird sich das Opening um einige Wochen verzögern, sodass wir die Ausstellung erst nächstes Jahr besuchen können.

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Und letztlich noch ein Tipp für alle, die noch nie in Berlin waren: Lasst euch nicht (wie ich es anfangs getan habe) abschrecken von Gerüchten über ruppige Berliner und eine hässliche Stadt. Der fehlende Perfektionismus, die kreative Atmosphäre und jede Menge Grün bieten für jeden Geschmack den perfekten Ort. Wir können vom Prenzlauer Berg über Mitte, Kreuzberg, Neukölln und Friedrichshain wirklich alles nur wärmstens empfehlen. Also schaut euch einfach um, entdeckt ein paar coole Läden oder fragt einfach die Bewohner nach Empfehlungen.

PS: Damit dieser Post hier nicht noch viel länger wird als er ohnehin schon ist, habe ich beschlossen für alle Freunde der gepflegten Küche noch ein Berlin-Food-Special zu posten.

Individualismus in seinen Anfängen – Das Hotel Berlin Berlin

Unsere zweite Unterkunft hatte es, zugegebener Maßen, nicht ganz leicht, da die Messlatte vom 25hours Hotel sehr hoch lag – auch wenn die beiden Hotels preislich nicht miteinander vergleichbar sind. Das Hotel Berlin Berlin ist gerade dabei seine etwas verstaubte Linie des klassischen Hotels aufzulösen. Jedes Doppelzimmer soll individuell von einer*einem Berliner*in gestaltet werden. Die einzelnen Räume – zumindest die, die bereits restauriert sind – sind also wirklich sehr stilvoll, modern und einladend.

Lediglich im Badezimmer ist das wahre Alter des Zimmers an manchen Ecken zu erkennen. Unser Punktabzug kommt zum einen von der altmodischen Atmosphäre, die beispielsweise der Teppichboden in den Fluren versprüht. Der größere Minuspunkt ist jedoch das Frühstück. Natürlich steht das Management bei 700 Zimmern und demnach einer Menge Gäste vor einer logistischen Meisterleistung. Da ich aber aus der Sicht eines Gastes beurteile, kann ich hier keine Gnade walten lassen: Die Atmosphäre in den Frühstücksbereichen lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Massenabfertigung. Es ist laut, ungemütlich und es kann durchaus passieren, dass der eigene Tisch während des Gangs zum Büffet schon abgeräumt und für andere Gäste vorbereitet wird. Die Qualität der Speisen ließ zu wünschen übrig, kleine Plastikverpackungen dominieren das Bild und selbst der Obstsalat war angetrocknet! Wenn euch also die neuen Zimmer des Hotels so sehr überzeugen wie uns, dann bucht die Übernachtungen einfach ohne Frühstück.

Ausflüge

Lost Places: Flughafen Tempelhof

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Die einzige Besichtigungstour mit Eintrittskosten war die durch den einstigen Flughafen Tempelhof, der heute für Flüchtingsunterkünfte, Firmensitze, kulturhistorische Führungen und als öffentlicher Park für Berliner und Touristen genutzt wird – für den Flugverkehr steht er jedoch still. Vermutlich muss man ein gewisses Interesse für das Gebäude mitbringen um die Rechtfertigung des Eintrittspreises zur „Mythos Tempelhof“ Tour zu verstehen. Wer gerne fotografiert weiß sein Geld hier aber bestens investiert. Der ehemalige Flughafen hält mit unterirdischen Bunkeranlagen des Dritten Reiches und Sportplätzen unter dem Dach aus Zeiten der amerikanischen Besetzung einige Überraschungen bereit. Auch der Rooftop-Blick über das Feld (über das man danach unbedingt spazieren sollte) liefert ein gutes Motiv.

Ich werde hier sicher nicht alles verraten, aber so viel sei gesagt: Wir werden nächstes Jahr auch die zweite Führung „Verborgene Orte“ noch mitmachen, um tatsächlich alle Winkel und Mythen entdecken zu können.

Von Gärten und Schlössern: Ein Tag in Potsdam

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Unseren letzten Tag dieser Etappe haben wir nicht in Berlin selbst, sondern im angrenzenden Potsdam verbracht. Mit dem ABC-Ticket des Berliner ÖPNV erreicht ihr schon für 3,40€ pro Fahrt und Person den Potsdamer Hauptbahnhof innerhalb einer dreiviertel Stunde. Um einen groben Eindruck der Schlösser, Gärten und architektonisch beeindruckenden Innenstadt zu erhalten reicht ein Tag aus. Wir haben mit 33km Fußmarsch unsere längste Tageseinheit hinter uns gebracht und trotzdem nicht alles gesehen. Wer gerne wandert oder Rad fährt, dem sind auch für Potsdam mehrere Tage zu empfehlen. Leider ist die Stadt touristisch restlos ausgeschlachtet. Nahezu jedes einigermaßen ansehnliche Gebäude kostet Eintritt, die malerische Innenstadt ist überfüllt mit Mainstream-Läden und das Essen ist geschmacklich eher mäßig, preislich gesehen definitiv in der oberen Klasse anzusiedeln. Gerade für das Schloss Sanssouci werden mittlerweile nicht nur online Tickets verkauft (und dort natürlich nur die Tagestickets für knapp 20€, nicht das Einzelticket für dieses Schloss) sondern auch Uhrzeiten reserviert. Egal wie früh ihr also vor Ort an der Kasse steht, die Reisebusse haben ihre Tickets und Führungen bereits nach Uhrzeiten gebucht. Wir hätten auf den nächsten Eintritt über drei Stunden warten müssen, obwohl wir noch vor den Bussen angekommen sind. Sehr enttäuschend! Wir empfehlen: Kamera oder Smartphone garnicht erst aus der Hand legen und einfach alles zu Fuß abgehen und die Tourismusfalle so gekonnt umgehen.

Mehr Bilder unserer Reise findet ihr auf Instagram bei blocksatz.co, just_tanja_ und tellofrikadello!

 

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