Berlin für Foodlover – Das Mekka der Köstlichkeiten

„Man wird von allem satt. Aber eins schmeckt besser als das andere.“

Der Mensch ist ein regelrechter Künstler. Er versteht es, aus dem Notwendigen etwas Besonderes zu machen. Dies gilt vor allem für die beliebte Thematik des Essens. Denn eigentlich würde es ausreichen eine geschmacksneutrale Substanz zu sich zu nehmen, die einem die nötigen Nährstoffe zuführt und den Hunger stillt – doch wer will das schon? Stattdessen wird die Küche zum Laufsteg: Gewagte Kombinationen, beliebte Evergreens, Showeffekte! Das alles landet auf unseren Tellern und verzaubert unsere Sinne.

Wer Berlin besucht, wird überwältigt vom kulinarischen Angebot dieser Stadt. Man möchte fast sagen: Es gibt nichts, das es nicht gibt. Wir sahen lange Schlangen vor abgeranzten Pizzabuden, die man in den heimatlichen Provinzstädten eher meiden würde. Wir gingen vorüber an Küchen, deren Bezeichnungen wir erst mal googeln mussten (Wie oft isst man schon tamilisch?) und haben bei 276 aufgehört die asiatischen Restaurants zu zählen, die die Stadt scheinbar eingenommen haben. Und wir erlebten die klassischen Nachteile der Großstadt, als wir in einer der weniger belebten Ecken nach einem mexikanischen Restaurant suchten und unsere Food-Apps uns einmal quer durch Berlin schicken wollten. Dem Verhungern nahe muss man die Überforderung ab einem gewissen Punkt zur Seite legen: Wer sich erst einen Überblick über das Angebot verschaffen will, wird noch lange hungern müssen bis eine Entscheidung getroffen wird. An dieser Stelle lasse ich mich zu einem kleinen Shoutout hinreißen: Unter dem Namen Oooh, Berlin! findet ihr die Lösung dieses Problems. Hier werden euch sortiert auf Stadtviertelkarten einige Vorschläge für getestete und für gut befundene Läden zur Hand gegeben – kostenfrei. Glaubt mir, das kann eure letzte Rettung sein!

Glücklicherweise hatten wir im Voraus bereits einige Sternchen am Food-Himmel festgelegt, zu deren Standorten wir unbedingt pilgern wollten. Und die Highlights darunter möchte ich euch nicht vorenthalten.

Frühstück bei Mirika

In einem Eckhaus auf der Kreuzberger Prinzenstraße duftet es nach Kaffee. Die Sonne scheint auf die Außenterasse des Mirika. An diesem Sonntag im August gibt es nicht nur ein ausgewähltes Brunch-Angebot, sondern auch einen PopUp-Blumenladen im Hinterzimmer – ein Herzensprojekt der Inhaberin. Hier werden die Gäste nicht mit einer fremdsprachigen Karte voller Fragezeichen und exotischer Zutaten verwirrt, sondern auf raffinierte Weise von der deutschen Küche bezaubert. Auf den Bildern seht ihr unsere Auswahl: Neben Kaffee und frischem Thymian-Orangen-Tee mit Honig gab es für uns Folgendes: tellofrikadello entschied sich für die Steakstulle mit Roastbeef, karamellisierten Zwiebeln, Apfelscheiben und Spiegelei. Die vegetarische Platte des Berliner Landfrühstücks wartete nicht weniger spektakulär auf: Vom hausgemachten Pesto über Rote-Bete- und Paprika-Aufstrich über Zucchini-Kartoffel-Taler hin zur klassischen Käseauswahl – hier war mit Blick auf Geschmack und Ästhetik der zu Beginn bereits erwähnte Künstler in der Küche am Werk. Mein Highlight: Das Brot kam duftend-frisch direkt aus dem Ofen.

Süßes am Nachmittag

Es bringt einen großen Vorteil mit sich, das Mittagessen ausfallen zu lassen: Es gibt genug Platz für süße Snacks. Und auf diese könnte ich niemals verzichten. Zucker – in nahezu jeglicher Form – dient als Stimmungsaufheller, Trostpflaster oder Energieschub und sollte daher Teil eines jeden guten Tages sein. In Berlin haben wir das folgendermaßen umgesetzt:

Nachbarschaftsmagnet Cookies & Co

Was Kinder lockt, ist in der Gastro-Szene immer eine gute Geschäftsidee. Und während die meisten Cafés sich auf Kuchen und Torten konzentrieren, hat ein kleines 2-Personen-Familienunternehmen im Viertel Prenzlauer Berg sich einfach mal gegen den Mainstream und für die vielseitige Welt der Kekse entschieden. Im Cookies & Co könnt ihr euch mit einer Extraportion Zucker-to-go eindecken oder vor Ort eine Kaffeepause einlegen. Verpackt in einen fluffigen Teig findet ihr eine Pallette von Schokoladensorten, Nüssen, Beeren, Haferflocken, etc. und noch dazu wahnsinnig herzliche Gastgeber. Ori und Mira managen mit einer gekonnten Balance aus Selbstbewusstsein und Know-How neben dem Familienleben rund um ihre Tochter auch den kleinen Nachbarschaftsladen, in dem man sich kennt und zu schätzen weiß. Das besondere Extra sind übrigens die „Pastries“, sündhaft leckere Millefeuille-Gebäcke in süßer oder herzhafter Version. Lasst euch gerne beraten: Alles ist selbstgemacht, Bio wird großgeschrieben und Vegan ist in Berlin ohnehin an keiner Stelle ein Fremdwort.

Von Exotisch bis klassisch schokoladig – Die Eismacher

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Es ist die größte Freude, die man an einem warmen Sommertag haben kann und weckt im Winter die süße Sehnsucht auf die langen, sonnenreichen Tage im Freien: Eis ist nicht an eine Jahreszeit gebunden, sondern an Liebhaber*innen, die sich der zartschmelzenden Verheißung in jedem der zwölf Monate hingeben. Zwischen unzähligen Eisdielen, -ständen und -fahrrädern entdeckt früher oder später jeder einen Schatz, den er jedoch nicht verstecken muss, sondern bereitwillig mit anderen Schleckermäulern teilen wird. Und dieser Schatz nennt sich: Die Eisdiele des Vertrauens. Die Eismacher erfüllen all unsere Kriterien, um diesen stolzen Titel tragen zu dürfen: Regionalität (mit Demetermilch vom Bauern in der Nähe) trifft auf Exotik (verkörpert durch Sorten wie Ube und Pandan). Und mit Persönlichkeit und Handwerkskunst überzeugte uns Miriam nicht nur von ihrem persönlichen Liebling, dem Erdnusseis, sondern von nahezu jeder Sorte, die wir probieren durften. Welch ein Vergnügen!

Muse – Ein Burgerladen mit Geschichte

Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass es in ziemlich jeder Stadt mittlerweile einen Burgerladen gibt, der mit mehr oder weniger verrückten Kreationen die Freunde des weiterentwickelten Fast Foods um den Finger wickelt. Muse hat uns darüber hinaus allerdings auch mit der dahinter stehenden Geschichte überzeugt: Die Inhaber Caroline und Tobias begannen ihre Gastrokarriere 2010 genau genommen ohne einen Laden. Denn als Supperclub luden sie zum Dinner einfach in ihre eigene Wohnung ein. Da dieses Konzept, das nicht nur eine gute Küche bietet, sondern diese gleich mit Persönlichkeit, Gastfreundschaft und Neugierde kombiniert, Zuspruch fand, entstand 2013 „die Muse“. Doch keine Sorge: Stillstand ist seitdem nicht eingekehrt. Während dieses Jahr die Küche im Restaurant erneut vergrößert wurde, konzentrierten sich die beiden Kulinarikliebhaber auf das Reisen, um den eigenen Horizont zu erweitern. Die gesammelte Inspiration wird euch samstags unter dem Motto „Am Samstag machen wir etwas anderes“ auf den Teller gezaubert. Und obwohl das vielseitige Speisenangebot euch nicht auf Burger festlegt, haben wir uns trotzdem dafür entschieden, die Spezialität des Hauses auszuprobieren: Zum Veggieburger mit Zwiebel-Karotten-Tofupatty, Provolone, Guacamole und Spinat-Walnuss-Pesto gab es Fries, tellofrikadello ergänzte seinen Muse-Burger mit Süßkartoffelfritten. Die geübten Burgerverkoster geben die volle Punktzahl!

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Natürlich waren wir in unseren 10 Tagen in Berlin in vielen anderen Cafés, Restaurants und ja, auch am anfangs erwähnten, für Zweifler nicht allzu vertrauenserweckenden Pizzastand aßen wir – sogar zwei Mal. Die Konzepte, Gerichte und Personen, für die mein Herz besonders schlägt, habe ich euch ausführlich vorgestellt. Berlin ist nunmal mehr als eine Großstadt, nämlich eine Ansammlung vieler kleiner Nachbarschaften, in denen man gastronomische Goldstücke und interessante Menschen finden kann. Und während man so plaudert über die Geschichten hinter dem Geschäft, vergisst man sogar hin und wieder, dass in dieser Hauptstadt, der vermeintlichen Wiege der Anonymität, tatsächlich 4 Millionen Menschen umherstreifen.

Für alle, die auf der Suche nach Restaurant-Inspiration bei diesem Blogpost gelandet sind und bisher noch nicht das gefunden haben, was sie sich erhofften, gibt es zum Abschluss noch eine ergänzende Liste unserer positiven Esserfahrungen in Berlin. Bon Appetit!

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