Freie Zeiteinteilung – Fluch oder Segen?

Die Inspiration zu diesem Blogpost habt ihr mir geliefert, liebe Instagram-Follower! Da ihr euch bei der Online-Abstimmung überhaupt nicht einigen konntet, ob ihr euch mehr für gesellschaftliche Diskurse oder berufliche Themen interessiert, möchte ich heute beides miteinander kombinieren. Und wie ginge das wohl besser als im Rahmen der vieldiskutierten Work-Life-Balance?

Modernes Arbeiten

Sie ist nun doch erwachsen geworden, die Generation Y, über die so viel geschrieben und gerätselt wurde. Im Berufsalltag angekommen, bringt sie ihre Ansprüche an das „gute Leben“ auch mit in die Arbeitswelt: Der Job soll sich nach dem Individuum richten – und keinesfalls umgekehrt. Dieser Wunsch schreit geradezu nach der Selbstständigkeit, doch auch in Arbeitnehmer*innenverhältnissen spielt die freie Zeiteinteilung zunehmend eine große Rolle. Errungenschaften wie zeitliche Gleitzeitkonten und flexible Arbeitsplätze kommen vor allem Eltern zu Gute, die wegen mangelnder Betreuungsangebote für ihre Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt sind. Doch auch Partner*innen oder Freund*innen, deren berufliche Zeitpläne scheinbar unvereinbar aneinander vorbeischrammen, profitieren von diesen kleinen Reformen eines sich verändernden Systems. Natürlich existieren auch weiterhin viele Berufe, die sich dieser Bewegung gänzlich entziehen. Wer also nach maximaler Freiheit sucht, gründet in den meisten Fällen selbst oder arbeitet freiberuflich unter eigener Führung.

Vom Säen, Ernten und Verantwortung tragen

Selbstständig zu sein bedeutet – in jedem Kontext – erst mal die Freiheit von Fremdbestimmung, aber in gleichem Maße auch ein Fehlen von Sicherheit und Bequemlichkeiten. Wer bspw. Zuhause auszieht, kann sich in den eigenen vier Wänden auch mitten in der Nacht ein Festmahl kochen, ohne dafür ermahnt zu werden. Doch am nächsten Morgen (oder spätestens wenn keine sauberen Teller mehr im Schrank sind) muss die Küche auch selbst gesäubert werden und zwar aus eigener Motivation, ganz ohne Mamas Drohungen oder gutmütige Putzaktionen.

Dieses Beispiel lässt sich ganz einfach auf den Beruf übertragen. Zu Beginn stellt jede*r Freiberufler*in oder Gründer*in Regeln auf, die vermutlich bestmöglich zu den eigenen Ansprüchen und Gewohnheiten passen. Doch um in diesem Luxus erfolgreich sein zu können, muss eben auch die Verantwortung getragen werden: Marketing, Kundenakquise, Preisgestaltung, Zeitmanagement und viele weitere Parameter sollten fehlerfrei umgesetzt werden. Denn wer diesen Monat schläft, muss in den folgenden Wochen mit den Konsequenzen leben. Es ist also ein ständiger Kreislauf aus Säen und Ernten, der in erster Linie mit Disziplin und Verantwortung verbunden ist, mit Blick auf die Ergebnisse aber eben auch wunderbare Vorteile mit sich bringen kann. Ein freier Mittwoch-Nachmittag mit der Familie, eine selbstbestimmte Absage an einen zahlungswilligen Kunden wenn die zeitlichen Kapazitäten erschöpft sind, Geschäftsreisen und Urlaube genau dann, wenn sie in die private Planung passen, … Doch zu welchem Preis?

Das Gespenst der Work-Life-Balance – bereits überholt oder ein Ziel der Zukunft?

Die sagenumwobene Work-Life-Balance ist meiner Ansicht nach bereits ein Konstrukt der Vergangenheit. Längst unterscheiden wir nicht mehr zwischen „beruflich“ und „privat“. Ständig werden die Social Media Kanäle des Unternehmens gecheckt – durch Apps und mobiles Internet meist auch von unterwegs und in jeder noch so kurzen Wartezeit. Das Mittagessen kann auch mal schnell vorm Laptop verschlungen werden. Nahen wichtige Deadlines, wird die Nacht schnell zum Tag gemacht und am früher so heiligen Sonntag sitzt man am Schreibtisch und vor sich türmenden Projekten. Feiertagszuschläge? Fehlanzeige! Kundentelefonate am Abend? Kein Problem! Denn der Feierabend ist ohnehin flexibel. Und selbst nach getaner Arbeit ruht der Kopf nur selten. Der Dualismus von „Work“ und „Life“ ist also kein realistisches Konstrukt mehr, sondern längst in ein „working life“ übergegangen. Zwar kann in diesem Rahmen – wie viele digitale Nomaden zeigen – ein toller Strand mit erledigter Arbeit oder das Kaffeedate mit der besten Freundin mit eingehaltenen Deadlines kombiniert werden. Aber ein Gut, das Psychologen und Persönlichkeitscoaches für unentbehrlich halten, geht uns ständig verloren: Die wahre Freizeit. Während ein*e Angestellte*r an den freien Tage der Woche und auch im Urlaub nur in den seltensten Fällen an die Arbeit und das Unternehmen denkt, sind Selbstständige stets am Grübeln. Eine neue Bekanntschaft könnte zu spannenden Kooperationen oder neuen Kund*innenaufträgen führen. Das neue Café um die Ecke könnte mit ein paar Visitenkarten bestückt werden und überhaupt: Ist freie Zeit nicht eigentlich nur ein Synonym für „keine Arbeit“ und demnach für weniger Geld im nächsten Monat?

Vorsätze für eine zufriedenstellende Zukunft

Vielleicht sollten wir also wieder zur Work-Life-Balance zurückkehren, klare arbeitsfreie Zeiträume fest einplanen und in vollem Maße genießen. Was Freiberufler*innen und Unternehmer*innen schnell lernen ist die Optimierung. Immer wieder müssen Prozesse durchdacht und effizienter gestaltet werden. Warum also nicht diese Erfahrung auch mal auf die Freizeitplanung anwenden? Markiere dir doch deine Auszeiten in einer bestimmten Farbe im Terminkalender und frage dich am Ende der Woche, ob das errechnete Verhältnis zwischen freier Zeit alias Privatleben und Arbeit deinen Vorstellungen entspricht und durch den Erfolg und die erzielten Einnahmen gerechtfertigt wird. Aber aufgepasst: Ein „Ich recherchiere nur noch schnell …“ oder ein „ich schau nur noch kurz …“ zählen definitiv zur Arbeit – nicht zum Feierabend!

Für alle Spielkinder und Technikliebhaber funktioniert das ganze übrigens auch digital: Der ZEI° Timeularist ein intelligenter Oktaeder (also eine Art Würfel mit acht Seiten), der mit einer App verbunden ständig Daten an deinen PC oder an dein Smartphone überträgt. Diese moderne Uhr stoppt genau die Zeit, in der sie auf einer Seite liegt. Drehst du den Oktaeder auf eine andere Seite, beginnt eine neue „Stoppuhr“ damit, die Sekunden, Minuten oder Stunden zu zählen. Jetzt wird es spannend: Drehst du die Figur wieder zurück auf die zuerst genutzte Seite, läuft diese schon angebrochene Uhr an der gestoppten Stelle weiter – bis du die Messung beendest oder eine andere Auflagefläche auswählst. Die unterschiedlichen Seiten kannst du individuell beschriften oder bekleben – zum Beispiel mit den Namen deiner Projekte oder Auftraggeber*innen.

Was genau bringt dir der ZEI° Timeular? Wenn du an verschiedenen Kund*innenaufträgen arbeitest, kannst du so sekundengenau die benötigte Arbeitszeit abmessen. Kommt dir bspw. spontan ein Telefonat mit einer*einem anderen Kund*in dazwischen, drehst du einfach schnell den Würfel auf deinem Schreibtisch auf eine andere Seite, um die laufende Zeit der*dem richtigen Kund*in zuordnen zu können. Das alles erfordert keine Rechenkünste, Unmengen an Notizzetteln oder unnötige Abrechnungszeiten am Abend. Über die App werden alle Daten direkt in das Programm gesendet, das du jederzeit bequem überblicken kannst.

Um auf das eigentliche Thema zurückzukommen, möchte ich dir an dieser Stelle gerne einen wichtigen Tipp mit auf den Weg geben: Addiere am Abend die einzelnen mit Projekten verbrachten Zeiträume. Danach berechnest du die übrige Zeit des Tages, die du nicht mit Schlafen verbracht hast: Deine quantitative Freizeit! Oder du betitelst eine Fläche des Oktaeders direkt mit „Pause“ oder „Erholung“, damit du stets daran erinnert wirst, dass auch Selbstständige sich mal eine Auszeit gönnen dürfen.

Viel Spaß dabei!

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