Crashkurs Nachhaltigkeit – Zeit aufzuwachen!

Was wissen wir wirklich über das Thema Nachhaltigkeit? Viele Marken werben damit umweltfreundliche Produkte zu verkaufen und Zuhause stellen wir beim Einseifen unter der Dusche brav das Wasser ab. Doch das ist nicht genug. Den tatsächlich wichtigen Initiativen läuft jedoch die Zeit davon. Seit dem Crashkurs Nachhaltigkeit, den das Forum für Verantwortung vergangenes Wochenende organisierte, stehe ich zwischen Schockstarre über die vorherrschende Ignoranz und erste Bewegungen in Richtung mehr Engagement.

Mein neu erlangtes Wissen möchte ich heute an dich weitergeben. Denn unsere kleinen Schritte von heute könnten schon in wenigen Jahrzehnten die wirklich bedeutenden Schritte für den Menschen und seinen Lebensraum gewesen sein.

Erkenntnisse zum Weitergeben

Während uns die Wirtschaft mit ihren Werbeagenturen zu noch mehr Konsum verleitet, die Politik daran verzweifelt eine neue Regierung zu bilden und die Gesellschaft sich mit den sozialen Fragen des Alltags beschäftigt, steigt von Tag zu Tag die Last, die unsere Erde in die Knie zwingt. Wer sich für die Umwelt engagiert, wird oft als realitätsferner „Öko“ abgetan und deren*dessen erhobener Zeigefinger ist in keiner Unterhaltung gerne gesehen. Ich wünsche mir daher, dass du diesen Blogpost nicht als Rüge verstehst, sondern als Verbesserung deiner Ausgangsbasis. Wissen ist Macht! Daher werde ich jeden Themenschwerpunkt mit reichlich belegten Informationen spicken, damit auch du gewappnet bist, um die Zukunft der Menschheit zu sichern. Denn wie Willi Grafs so zutreffend formulierte: „Jede*r Einzelne trägt die ganze Verantwortung.“

 

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Das System Erde

Wusstest du eigentlich, dass…

  • in nur 40 Jahren (1970-2012) unglaubliche 58% der Wirbeltierarten ausgestorben sind?
  • unser bleibendes Vermächtnis auf diesem Planeten aus Aluminium, Beton und Plastik besteht?
  • CO2-Emissionen, Ozonwerte aber auch „Naturkatastrophen“ seit den 1950ern (der Blütezeit des Konsums) rapide zunehmen?

 

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Klimawandel

Wusstest du eigentlich, dass…

  • die Temperatur seit den 1950ern global bereits um 1°C angestiegen ist und für 0,9° davon der Mensch verantwortlich gemacht werden muss?
  • bei einem Meeresspiegelanstieg von nur 1,5m ganze 17 Millionen Menschen aus der Küstenregion vor Bangladesch flüchten müssten, um nicht zu ertrinken?
  • die beliebten Urlaubsregionen Südspanien und Portugal bei Beibehaltung unseres Verhaltens im Jahr 2100 in Wüstenlandschaften verwandelt sein werden?

 

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Wasser

Wusstest du eigentlich, dass….

  • die knappen „Wasserressoucen“ nicht nur das Trinkwasser umfassen, sondern unseren ganzen Wasserkreislauf, der Pflanzen, Meere und Landschaften erhält?
  • wir im Schnitt 125 Liter flüssiges Wasser pro Tag nutzen, unsere täglichen Konsumgüter diese Menge aber auf 4000 Liter „virtuelles Wasser“ ansteigen lassen?
  •  unser Umgang mit Ressourcen nicht nur gegenüber zukünftigen Generationen sondern auch mit Blick auf die Entwicklungsländer verantwortungslos ist?

 

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Ernährung

Wusstest du eigentlich, dass….

  • in den Tropen seit 1990 die doppelte Fläche Deutschlands gerodet wurde, um Soja für die Fütterung unserer Fleisch- und Milchlieferanten aus der Massentierhaltung zu züchten?
  • 2/3 der landwirtschaftlichen Fläche nicht zur menschlichen Ernährung, sondern für Tierhaltung, Futter- und Energiepflanzen verwendet werden?
  • ein Steak etwa 4000 Liter Wasser benötigt, während täglich Menschen hungern und dursten?

 

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Energie

Wusstest du eigentlich, dass….

  • wir an einem sonnigen, warmen Sonntag (an dem Solaranlagen viel Energie produzieren und Haushalte wenig verbrauchen) bereits ganz Deutschland mit Ökostrom versorgen könnten?
  • das wahre Problem in der Speicherung und Verteilung der erzeugten Energie liegt?
  • das Recycling veralteter oder kaputter Windräder bisher nicht möglich ist und die Entsorgung einen enormen CO2-Ausstoß erzeugt?

 

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Rohstoffe der Erde

Wusstest du eigentlich, dass….

  • der Erde im Jahr 2005 60 Millionen Tonnen Ressourcen in Form von fossilen Brennstoffen, Mineralien und Biomasse entnommen wurden?
  • zur Herstellung von Fotovoltaikanlagen etc. kritische Ressourcen, also knapp werdende Rohstoffe, wie Germanium, Indium und Gallium benötigt werden?
  • wohlhabende Industrieländer Wasser und Böden in anderen Ländern der Erde für die eigene Produktion nutzen und unerwünschte Abfälle einfach exportieren?

 

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Der Blick in die Zukunft beginnt beim Blick in den Spiegel

Rund fünfzig Nachhaltigkeits-Neulinge waren am Wochenende dazu eingeladen, sich die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler*innen anzuhören und ihr eigenes Verhalten zu überdenken. Während der Diskussionen stand schließlich bei nahezu jedem Thema die alles entscheidende Frage im Mittelpunkt: Was können wir dagegen tun? Während Klaus Wiegandt, Begründer des Forums für Verantwortung, dazu rät, Politiker*innen mit bohrenden Fragen zu belagern und Professor Hahlbrock dazu aufruft regional, saisonal, bio und fair einzukaufen, bleibt letztlich nur eines: Bei sich selbst anfangen. Meine innere Wut über die Untätigkeit der Regierung und das Desinteresse der Gesellschaft konnten vermutlich alle Referent*innen und die meisten Anwesenden teilen. Doch helfen wird sie nicht. Wenn du allerdings als gutes Beispiel vorangehst, hast du dir einerseits nichts vorzuwerfen und kannst andererseits eine Inspiration für deine Familie, Freund*innen und Bekannte werden.

Ein solches Vorbild ist sicherlich Professor Niko Paech. Seine radikalen und visionären Ansichten darüber, wie wir unser Leben umstrukturieren müssen, verlangen ein striktes Umdenken. Wer sich auf den Gedanken der Postwachstumsökonomie einlässt, verfällt jedoch schnell in begeistertes Phantasieren. Wie wir alle die Umwelt schützen könnten und zugleich nur noch halb so viel Zeit an unseren Arbeitsplätzen verbringen müssten, erzähle ich dir im nächsten Blogpost.

 

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